Naturguckerreise – Vögel, Orchideen und Bären

8-tägige botanische und ornithologisch/zoologische Reise im Baltikum

Die Vielfalt der estnischen Fauna und Flora ist einzigartig. Das kleine baltische Land ist nicht nur Drehscheibe des europäischen Vogelzuges und Brutgebiet seltener und vom Aussterben bedrohter Vogelarten, sondern auch Heimat von Elch, Wolf, und Braunbär. Die Flora des kleinen Landes begeistert durch ihre vielen Orchideenarten, verschiedenartigsten Waldformationen und der herben Schönheit der Vegetation in Mooren und an flachen Meeresbuchten.

Auf unserer Reise wollen wir viele Arten und Landschaften aus nächster Nähe kennenlernen. Wir durchstreifen taigaartige Wälder und orchideenreiche Wiesen an frei mäandrierenden Flüssen. Wir wandern über Regenmoore und entdecken im Fischkutter unbewohnte Inseln auf der Ostsee, die ganz mit Wacholder bewaldet sind. Wir besuchen verfallene Herrenhäuser und wuchtige Bischofsburgen und erfahren mehr über die Geschichte des Baltikums. Natürlich fehlt auch nicht der Besuch im mittelalterlichen Tallinn und der im Jugendstil erhaltenen Altstadt Rigas.

 

1. Tag Jugendstil in Riga 

Am Morgen fliegen wir nach Riga, Lettlands Hauptstadt. Hier schauen wir uns die Altstadt, die 2014 Weltkulturerbe-Hauptstadt war, im Rahmen einer Führung an. Die einzigartige Jugendstilarchitektur und der mittelalterlichen Stadtkern an der mächtigen Düna stehen auf dem Programm. Sehr schön anzusehen sind auch die vielen noch intakten Holzhäuser der Stadt aus dem 19. Jahrhundert. Auf der anschließenden Fahrt entlang der Via Baltica nach Estland durchfahren wir eine kleinteilige Landschaft mit vielen Seen, beerstrauchreichen Kiefernwäldern und breiten Flüssen (Gauja, Salaca). An der schönen Riga Bucht stoppen wir zu einer ersten Beobachtungstour. Am späten Nachmittag erreichen wir unseren ersten Übernachtungsort in unmittelbarer Nähe von Soomaa, dem größten Moor-Nationalpark Europas.

 

2. Tag Sibirische Iris und Bärenbeobachtung

Der Raundafluss wird durch ein riesiges Regenmoor gespeist. Frei mäandrierend durchfließt er den gesamten Nationalpark. Sehr eindrucksvoll sind hier Spuren von Bibern zu erkennen, die zeigen, dass sie in der Lage sind, selbst stärkste Pappeln zu fällen. In den Wiesen entlang des Flusses blühen Trollblumen, verschiedene Orchideen (Baltisches und Fuchs’ Knabenkraut) und der Gelbe Frauenschuh. Unentwegt sind Wachtelkönig und Schlagschwirl zu hören. In den dunkleren Wäldern singen Zwergschnäpper, Pirol und der Waldlaubsänger. Am Abend ziehen wir in eine Bärenbeobachtungshütte ein. Im größten Regenmoor-Nationalpark Europas leben einige der über 700 Braunbären Estlands. In der komfortablen Hütte werden wir die Nacht über verbringen und auf Braunbären warten. Auch Marderhund, Baummarder, Fuchs und verschiedene Vogelarten können aus der Hütte heraus beobachtet werden. So haben wir große Chancen Auerhähne zu sehen, wenn wir die Hütte in der Morgendämmerung wieder verlassen.  

 

3. Tag Regenmoor und Wolf 

Heute gehen wir den Meiekoseweg entlang, der uns durch Urwälder, Wiesen und durch ein klassisches Regenmoor führt. Das riesige, uhrglasförmig aufgewölbte Moor reicht bis an den Horizont und wird nur von kleinen Gewässern, sogenannten Moorkolken unterbrochen, die wie Augen in dem fast baumlosen Gebiet liegen. Im Zentrum brüten Regenbrachvogel, Bruchwasserläufer und Uferschnepfen, an dessen Rand, Merlin und Steinadler. Zu den charakteristischen Pflanzenarten die wir hier antreffen, zählt der Rundblättrige Sonnentau, die Moltebeere und viele Vertreter der Heidekrautgewächse (Rosmarienheide, Krähenbeere, Moosbeere). Auf den nährstoffreicheren Standorten blüht die Sibirische Iris und das kleine Zweiblatt. Am Abend suchen wir nach Eulen, die hier in verschiedenen Arten vorkommen. Besonders der kleine Sperlingskauz zeigt sich schon in der Dämmerung. Gleichfalls die Doppelschnepfe, die allerdings erst gegen Mitternacht mit der Balz beginnt. In der „baltischen Stille“ sind unentwegt Waldschnepfen unterwegs und die monotonen Rufe des Ziegenmelkers nicht zu überhören. Natürlich achten wir auch auf die Anwesenheit von Wölfen, die hier gleich mit drei Rudeln vorkommen. Eine Beobachtung ist zwar selten aber nicht unwahrscheinlich.

 

4. Tag Matsalu-Nationalpark

Am Vormittag verlassen wir Soomaa und fahren zum Matsalu-Nationalpark an die Westküste des Landes. Unterwegs halten wir am Audru-Polder um Zitronenstelzen zu sehen.  Auf den vegetationsreichen und überstauten Flächen halten sich viele Limikolen-, sowie verschiedene Enten- und Gänsearten auf. Am Kasarifluss beobachten wir Elche, die hier nicht gejagt und auch tagsüber frei auf den Wiesen nach Nahrung suchen. In den Grenzen des Nationalparks liegt die Ruine des imposanten Herrenhauses von Vaike Roude. Im herrlich verwilderten Park singen Rotdrossel und klassische „Ostarten“ wie Grünlaubsänger und Buschrohrsänger. 

 

5. Tag Strandwiesen und Lagunenstadt 

Am Vormittag wandern wir zu Fuß durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft aus Wachholderheiden, aufgelassenen Wiesen und flachen Meeresbuchten. Dieses Gebiet ist sehr stark von der Hebung des „Baltischen Schildes“ betroffen.  Ein Prozess der mit der letzten Eiszeit in Zusammenhang steht und zur Ausbildung von Inseln und Strandseen führte. Der anstehende Kalkstein sorgt außerdem für eine sehr vielfältige Flora (Geflecktes und Fleischfarbenes Knabenkraut). Herrausragende Vogelarten die in diesem Gebiet brüten, sind der Sandregenpfeifer und der Alpenstrandläufer. Am Nachmittag besichtigen wir Haapsalu, den ehemaligen Kurort russischer Zaren. Besonders eindrucksvoll erscheinen der ganz aus Holz gebaute Bahnhof und die wuchtige Bischofsburg. Inmitten der Lagunenstadt brüten Ohrentaucher, die sich auf Nahdistanz gut fotografieren lassen.

 

6. Tag Robbentour auf der Ostsee und Alvaren auf Hiiumaa

Die Fahrt durch die estnischen Inselwelten ist ein einmaliges Erlebnis. Mehr als 1500 Inseln gehören zu Estland, viele davon unberührt und unbewohnt. Zunächst fahren wir mit einer Fähre nach Hiiumaa (deutsch Dagö), der zweitgrößten Inse l Estlands und steigen hier in einen kleinen Fischkutter um, der uns zu den vorgelagerten Kleininseln bringt. Vor Hannikatzi und Saarnaki halten sich besonders viele Ringelrobben auf, die zur südlichsten Ostseepopulation gehören. Nicht scheu, schauen sie oft neugierig aus dem Wasser oder liegen auf Steinen in der flachen Ostsee. Vor der kleinen unbewohnten Insel Saarnaki werden wir anlegen und uns dort die historischen Bauernhöfe und die umliegenden Wacholderwälder anschauen. Sie sind besonders artenreich an Pflanzen. Auf Halbinsel Sarve liegen die berühmten steppenartigen Alvaren (Fliegenragwurz, Kuhschelle), die in dieser Dimension nur auf der benachbarten Insel Saaremaa und dem schwedichen Öland vorkommen.

 

7. Tag Baltische Geschichte und Silmaseen 

Das Gebiet das wir heute aufsuchen, wurde früher mehrheitlich von Schweden bewohnt. Noch heute deuten zweisprachige Ortsschilder auf diese Zeit hin. Das Gut Lyckholm steht allerdings für die deutsche Besiedlung des Baltikums. Das einstige Herrenhaus der Familie von Rosen verfiel in

den letzten Jahrzehnten, wurde aber von den ehemaligen Besitzern wieder aufgebaut. Der Park, die kleinteilige Offenlandschaft aus blütenreichen Wiesen, Ackerflächen und Brachen garantieren eine vielfältige Fauna und Flora.  Auf den Brachen lässt sich bereits eine Besiedlung mit Wacholdern erkennen. Die vielen Insekten werden von Rotrückenwürgern und Braunkehlchen gejagt. Der Weg führt uns zu den Silmaseen auf denen Zwergmöwen, Trauerseeschwalben und Rothalstaucher in einer Kolonie brüten. In den riesigen Schilfzonen der flachen Seen kommen Bartmeisen, Rohrdommeln und Drosselrohrsänger vor. Am Nachmittag halten wir uns an der äußersten Nordwestspitze Estlands auf. Hier lässt sich Küstendynamik und eiszeitliche Entwicklung am deutlichsten in der Landschaft erkennen.

 

8. Tag Mittelalterliche Stadt Tallinn

Heute fahren wir nach Tallinn, Estlands Hauptstadt. Auf einer 2-stündigen Führung bekommen wir die wohl intakteste mittelalterliche Stadt Europas präsentiert, mit einem ursprünglichen Straßensystem aus dem 13. Jahrhundert. Viele Häuser aus dem 15. Jahrhundert stehen noch in ihrer ursprünglichen Größe und Form, alle wichtigen und repräsentativen Regierungsgebäude sowie Kirchen sind unversehrt. Am Nachmittag werden wir zum Flughafen gebracht und treten von hier aus die Heimreise an.

Preis

1990,- Euro/Person im DZ; Einzelzimmerzuschlag 140,- Euro

Zeitraum

10. bis 17. Juni 2017

Leistungen

  • 8 Tage mit 7 Übernachtungen in Doppelzimmern in Mittelklassehotels und Gasthäusern
  • Flug Frankfurt – Riga und Tallinn – Frankfurt
  • Halbpension: Frühstück, Abendessen
  • deutsche Reiseleitung und Experten vor Ort
  • Alle Transferfahrten vor Ort im Kleinbus
  • Fährtickets zur Insel Hiiumaa
  • Kutterfahrt auf der Ostsee
  • Bärenbeobachtungshütte
  • Stadtführungen in Tallinn und Riga

Buchung

Andreas Weber andreas@baltikumnaturreisen.de Tel +491705835418

Bert Rähni bert@baltikumnaturreisen.de Tel +3725137141