Baltische Impressionen, Inselwelten – Sommerreise nach Estland mit dem Vogelmaler Christopher Schmidt

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10-tägige naturkundliche Reise mit Christopher Schmidt nach Estland

Termin: 20. – 30. August 2016

 

Das kleine Estland ist in seiner landschaftlichen Vielfalt und einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt in Europa einzigartig. Riesige Regenmoore breiten sich neben Wacholderheiden aus. In den Wäldern der „Western Taiga“ streifen Elch, Wolf und Braunbär umher. Unzählige, meistens unbewohnte Inseln liegen in der Ostsee. Sie sind Heimat von seltenen Ringelrobben und Drehscheibe des europäischen Vogelzuges. Auf dieser Reise besuchen wir die wichtigsten Schutzgebiete Estlands, wie den Soomaa- und den Matsalu-Nationalpark. Wir sind zu Fuß in den Wälder unterwegs, fahren mit dem Fischerboot auf dem Biberfluss oder im Kutter auf der Ostsee. Natürlich bereisen wir auch die schönen Ostseeinseln Saaremaa und Hiiumaa. Erfahren wollen wir auch viel über die Geschichte des Baltikums. So besuchen wir verfallene Herrenhäuser, wuchtige Bischofsburgen und natürlich die schönsten Städte im Baltikum: Das mittelalterliche Tallinn, die Zarenstadt Haapsalu, die Inselhauptstadt von Saaremaa und die im Jugendstil gebaute Altstadt Rigas.

1.Tag

Flug nach Riga, der Hauptstadt des Jugendstils 040a9aaf0e10b39dc375b7203a287071

Unsere Reiseleiter erwarten uns am Flughafen der lettischen Hauptstadt Riga. Gemeinsam geht es in die Altstadt Rigas, wo wir nach dem Mittagessen zu einer Stadtführung erwartet werden. Die einzigartige Jugendstilarchitektur und der mittelalterlichen Stadtkern an der mächtigen Düna stehen auf dem Programm. Sehr schön anzusehen, sind auch die vielen noch intakten Holzhäuser der Stadt aus dem 19. Jahrhundert. Auf der anschließenden Fahrt entlang der Via Baltica nach Estland durchfahren wir eine kleinteilige Landschaft mit vielen Seen, beerstrauchreichen Kiefernwäldern und breiten Flüssen (Gauja, Salaca). An der schönen Rigaer Bucht erreichen wir unseren ersten Übernachtungsort am späten Nachmittag. Die Anlage ist eingebettet in eine zauberhafte Küstenlandschaft und für unsere Zwecke ideal gelegen, denn unmittelbar Nähe befinden ausgedehnte Moore, taigaartige Wälder und Sanddünen.

2.Tag

Soomaa Nationalpark05JJ1008001

Am frühen Morgen starten wir zu einer Exkursion in das Soomaa Nationalpark. Das riesige, uhrglasförmig aufgewölbte Moor reicht scheinbar bis an den Horizont. Im Zentrum finden sich sogenannte Moorkolke, kleine dunkle Seen, die wie Augen in der Landschaft liegen. Hier wollen wir uns an Pflanzen erfreuen, die sich perfekt an die nährstoffarmen Standorte angepasst haben: Am Rundblättrigen Sonnentau, die Moltebeere und viele Vertreter der Heidekrautgewächse (Rosmarienheide, Krähenbeere, Moosbeere).  Beeindruckende Urwälder mit gigantischen Baumriesen, viel Totholz und üppiger Bodenvegetation finden sich im Zentrum des Nationalparks. Hier sind Zwergschnäpper, Weissrückenspecht und Dreizehenspecht zu Hause. Bei guter Thermik entdecken wir den imosanten Steinadler. Eingerahmt wird das Moor durch eine traumhafte Kulturlandschaft, in der die Dächer der einsamen Höfer noch Storchennester tragen und in der Wendehals, Braunkelchen, und Schreiadler nicht selten sind. Am Abend treffen wir uns mit einem Wolfsexperten.

3.Tag

Rigaer Bucht

Heute sind wir an der unverbauten Rigaer Bucht unterwegs. Unmittelbar an der Küste liegen Fischteiche, die zu dieser Jahreszeit von sehr vielen Limikolen aufgesucht werden. Die vielen hocharktischen Arten, wie Sichelstrandläufer, Pfuhlschnepfe und Knutt zeigen noch ihr ziegelrotes Prachtkleid. An der steinigen Außenküste sind jetzt verschiedene Gänse- und Entarten zu sehen, die hier in den flachen und ruhigen Gewässern mausern. Nachmittags und abends wollen wir Wälder der „Western Taiga“ aufsuchen um Spechte und Eulen zu suchen.

4.Tag

Muhu und Saaremaa

Heute wechseln wir den Standort. Es geht mit der Fähre nach Muhu und später über einen Damm durch die flache Ostsee nach Saaremaa. Die Insel (dt. Ösel) ist mit 2600 13JJ1001836Quadratkilometern Fläche, die größte der 1500 Inseln Estlands und die zweitgrößte Ostseeinsel überhaupt. Nur knapp 40.000 Einwohner leben auf der Insel, die Hälfte allein in der Inselhauptstadt Kuressaare. Die Insel liegt auf einem alten Kalkstein- oder Glintplateau, das sich auch heute noch jährlich um zwei Millimeter aus der Ostsee erhebt. Ein Großteil ist jedoch von eiszeitlichen Sedimenten bedeckt, die als Sanddünen oder als mächtige Blockpackungen ausgebildet sind. Diese Kombination aus verschiedensten Bodentypen, mildem Übergangsklima und extensiver Nutzung bescherte der Insel eine außergewöhnliche Biodiversität. Etwa 80 Prozent der 1500 höheren Gefäßpflanzen, darunter 34 der 36 Orchideenarten Estlands sind auf Saaremaa vertreten.

5.Tag

Vilsandi Nationalpark

Es geht mit dem Schiff in den Vilsandi-Nationalpark mit seinen wacholderbewachsenen Inseln und Robbenbänken. Zum Nationalpark gehören über 100 kleine und große Inseln. Die Insel selbst entstand vermutlich vor 2000 Jahren. Im 1703 zog auf die Insel der holländische Seemann Johann Doll und so bekam seinen Namen der Hof Tolli. An den besten Tagen zählte die Insel mehr als 200 Bewohner, die sich mit Fischerei, Seefahrt, Robbenjagd und einigermaßen mit Landwirtschaft beschäftigt haben. Heute lebt auf der Insel außer der Inselwache nur noch ein Mensch – die Wirtin des Kapitänhauses Tolli. Wir erwandern verschiedene Gebiete im Nationalpark und halten vom Leuchtturm oder den Beobachtungstürmen nach Meeresenten (Samt-, Trauer- und Eiderenten), Seetauchern und Keggelrobben Ausschau. Sofern noch Zeit ist, besichtigen wir das Naturschutzgebiet Vidumäe, das für seine Vielfalt an Pflanzenarten bekannt ist. Hier wächst auch der endemische Saaremaa-Klappertopf.

6.Tag

Alvaren und Halbinsel Sörve

Der Weg zur Halbinsel Sörve, ganz im Süden Saaremaas, führt uns entlang einer Küstenstraße mit einem beeindruckenden Panorama. Hier liegen auch die Alvaren, eine fast baumlose Kalksteinsteppe, die nur mit einer dünnen Humusschicht bedeckt sind. Nur spezielle Arten, wie Küchenschelle, Sand-Thymian und Felsen-Fetthenne können auf diesen extremen Standorten überleben. Die Halbinsel ist landschaftlich sehr vielfältig. Hinter der Küste finden wir ein Mosaik aus Offenlandschaften, Mooren und herrliche Dünen-Kiefernwälder. Die südliche Spitze ist zwangsläufig einer der wichtigsten Zugrouten im Baltikum, den besonders Kleinvögel gerne nutzen, da sie bis zur lettischen Küste nur wenige Kilometer über das Meer fliegen müssen. Auf dem Rückweg stoppen wir in der Inselhauptstadt und besichtigen die wuchtige Bischofsburg.

7.Tag

Hiiumaa

Noch einmal tauchen wir ein in die baltischen Inselwelten. Es geht mit der Fähre in das weiter nördlich gelegene Hiiumaa, einer Insel die früher ganz überwiegend von vaike piltSchweden bewohnt war. Das Inselinnere ist vollkommen bewaldet, nur an der Küste liegen ein paar Fischerdörfer. Unser Interesse gilt Käina, einer heute abgetrennten Meeresbucht. Hier wollen wir verschiedene Limikolen (Säbelschnäbler) und Gänsearten (Weißwangengans) beobachten. Auch für Greifvögel ist die Bucht geeignet, denn See- und Fischadler finden hier viel Nahrung. Später wollen wir noch einmal eine Kleininsel besuchen. Mit einem Fischkutter besichtigen wir die ganz mit Wacholder bewachsene Insel Saarnaki. Auch hier wohnen keine Menschen mehr dauerhaft. Erhalten sind nur deren Häuser, die heute frei für alle Besucher offen stehen und einen interessanten Einblick in die frühere Landnutzungs- und Siedlungsgeschichte der Insel geben. Am Abend geht es zurück zum Festland. Unser Ziel ist die Lagunenstadt Haapsalu.

8.Tag

Lagunenstadt Haapsalu und Matsalu Nationalpark

Haapsalu, ist ein ehemaliger Kurort russischer Zaren und des Komponisten Peter Tschaikowski. Eigens für den Zaren wurde eine Bahnlinie in die Lagunenstadt gebaut. OLYMPUS DIGITAL CAMERAHeute erinnern der ganz aus Holz gebaute Bahnhof und die alten Dampfloks noch sehr authentisch an diese Zeit. Entlang der Lagune, die so flach ist, dass sie nicht mit Schiffen befahren werden kann, wandern wir zur Ordensritterburg. Im Zentrum der Stadt finden sich noch viele der typischen Holzhäuser. Tagsüber halten wir uns im Matsalu-Nationalpark auf. Von verschiedenen Beobachtungstürmen. Am Abend geht es zu einer Elchsafari. Die Elchbeobachtung ist vergleichsweise einfach, weil im Nationalpark

9.Tag

Lykholm und die „Baltische Stille“

Auf Gut Lyckholm im Nordwesten Estlands, erfahren wir mehr über die Geschichte der Deutschbalten, die hier über Jahrhunderte siedelten. Wir besuchen das Herrenhaus der Familie von Rosen und sind in der zauberhafte Umgebung der Halbinsel Noarotsi unterwegs. Zu den Beobachtungsorten die zu jeder Jahreszeit interessant sind, gehören der Limikolen-Strand bei Haversi und das Kap Pöösaspea. Die äußerste Nordwestspitze stellt die kürzeste Verbindung nach Skandinavien dar und wird von vielen Vogelarten genutzt. So in dieser Zeit schon von ziehenden Wespenbussarden und Fischadlern. Am Abend sind wir nochmal in der Western Taiga unterwegs und wollen in der „Baltischen Stille“ nach Eulen Ausschau halten. Auch mit Ziegenmelkern ist zu rechnen, die sich gern auf den sandigen Waldwegen aufhalten.

10.Tag

Mittelalterliches Tallinn

Am Vormittag fahren wir nach Tallinn und besichtigen dort die historische Altstadt, die sich in ihrem Aussehen seit Jahrhundert kaum verändert hat. Die alte Hansestadt Tallinnhat noch immer das ursprüngliche Straßensystem aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Die meisten Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert stehen in ihrer ursprünglichen Größe und Form da. Besonders die Wehrtürme, der Marktplatz und die Oberstadt zeigen sich im mittelalterlichen Flair. Gleich hinter der Rüütli-Gasse liegt eine Aussichtsplattform mit herrlichem Blick auf den Hafen und der Finnischen Bucht. Auf einer Führung erfahren wir viel über die Zeiten vor der Unabhängigkeit Estlands

11.Tag

Tallinn und Abfahrt

Der heutige Tag bleibt für eine individuelle Erkundung Tallinns vorbehalten. Am Nachmittag geht es zum Flughafen und anschließend nach Deutschland zurück

 

 

Preis

2.159,- Euro/Person im Doppelzimmer 2489,- Euro/Person im Einzelzimmer Termin: 20.-30.2016

Leistungen

  • 11 Tage mit 10 Übernachtungen in Doppelzimmern in Mittelklassehotels und Gasthäusern
  • Flug Berlin-Riga und Tallinn-Berlin
  • deutsche Reiseleitung
  • Vollpension (Mittagessen als Lunchpakete auf den Tagestouren)
  • deutschsprachige Reiseleitung und Experten vor Ort
  • Alle Transferfahrten vor Ort
  • Fährtickets zur Insel Hiiumaa und Saaremaa
  • Bootstour in Kasari-Delta
  • Bootstour auf der Ostsee zu Robben und Kleininsel von Hiiumaa
  • Bootstour und Führung auf Vilsandi Insel
  • Wolfsabend und Vorlesung mit Lokale Spezialist
  • Stadtführungen in Tallinn und Riga

Buchung

Andreas Weber andreas@baltikumnaturreisen.de Tel +491705835418 Bert Rähni bert@baltikumnaturreisen.de Tel +3725137141