Naturparadiese Litauens – ornithologische Reise nach Litauen

Kurische Nehrung, Memeldelta und und Seenlandschaft im Žemaitija Nationalpark

Die Memel ist der mächtigste Strom Litauens. Vor der Mündung ins Kurische Haff teilt sich der Fluss in unzählige Arme und bildet ein riesiges Delta. Verschiedene Limikolenarten, darunter oft tausende Kampfläufer rasten während des Frühjahrszuges auf den überschwemmten Wiesen und zeigen sich in den verschiedensten Prachtkleidern. In den umliegenden Mooren sind Zitronenstelze, Schelladler, Doppelschnepfe und Seggenrohrsänger schon in ihren Revieren angekommen. Von der Flussmündung der Memel aus, sind die mächtigen Sanddünen der Kurischen Nehrung deutlich sichtbar. Diese im Ostseeraum einzigartige Landschaft ist Heimat des seltenen Brachpiepers.  Die Dünentäler sind mit hohen Kiefern, Linden und Eichen bewaldet. Hier brüten Birkenzeisig, Grünlaubsänger und der Zwergschnäpper. Sogar Elche leben hier. Die Landschaft um den Žemaitija-Nationalpark ist an Harmonie kaum zu überbieten. Neben kristallklaren Seen und dunklen Wäldern beeindrucken die bunten Wiesen und kleinen Storchendörfer. Unsere Reise mit Beginn und Ende in Palanga, führt uns zu den eindrucksvollsten Landschaften im Westen Litauens.

1. Tag Palanga – Klaipeda  und Kurisches Haff

Wir fliegen über Kopenhagen nach Palanga, das unmittelbar an der Ostsee liegt. Hier werden wir von unseren litauischen und deutschen Reiseleitern in Empfang genommen. Auf dem Weg zur Unterkunft stoppen wir an verschieden Orten, so bei Klaipėda (Memel), wo wir eine Möwenkolonie (Steppenmöwen) aufsuchen, in der auch Ohren- und Rothalstaucher brüten. Am Rande des Gewässers sind Feldschwirl und Beutelmeisen zu hören. Unser erstes Hotel liegt direkt am Haff und ist wie geschaffen für uns, denn hier können wir schon viele Arten der Kulturlandschaft (Sperbergrasmücke, Sprosser, Karmingimpel, Wendehals, Wachtelkönig) sehen oder hören, die bei uns selten geworden sind.

2. Tag Seggenrohrsänger und Doppelschnepfen im Memeldelta

Unser erster Tag im Delta führt uns zunächst in einem Regenmoor (Raubwürger, Baumpieper und Goldregenpfeifer). Natürlich erwarten wir hier schon den Schreiadler, der in Litauen nicht selten ist. Sehr interessant ist auch die Vegetation aus Moltebeere, Wollgras, Rundblättrigem Sonnentau, verschiedenen Rosengewächsen und dem Schnabelried. Nur wenige Kilometer entfernt suchen wir nach Zitronenstelzen und bei Silute (Heidekrug) nach Wespenbussard, Schelladler und Ortolan. Immer interessant sind die Sandbänke der Memel für verschiedene Limikolenarten (Temminckstrandläufer, Flußuferläufer, Alpenstrandläufer, Austernfischer), Enten (Knäkente, Pfeifente) Zwergseeschwalbe oder Zwergmöwen. Am Abend sind wir in den Wiesen bei Silute auf der Suche nach Seggenrohrsängern und wollen bei einsetzender Dunkelheit das eigenwillige „Knäbbern“ der Doppelschnepfen hören.

3. Tag Vogelfangstation Ventas Ragas und Fischteiche Kintai 

Am Morgen gehen wir zu Fuß zur Beringungsstation nach Ventes Ragas, in der schon seit 90 Jahren mit Reusen des Helgolandtyps Vögel gefangen und beringt werden. Immer wieder gelangen uns hier in den letzten Jahren Beobachtungen von sehr seltenen Arten, wie Buschrohrsänger oder Buschspötter. In den Schilfwäldern nahe der Station sind Pirol, Bartmeisen und Schilfrohrsänger zu sehen. Am Nachmittag erkunden wir die weitläufigen Fischteiche bei Kintai (Wasservögel, Limikolen) und abends wieder Gebiete im Memeldelta. Hier erwarten wir Schlagschwirl, Kleinrallen, Zwerg- und Große Rohrdommel.

4. Tag Schifffahrt über das Haff zur Kurischen Nehrung

Wir fahren wir mit dem Schiff durch das Memeldelta und weiter über das Kurische Haff zur Nehrung. Dadurch sparen wir uns die lange Busfahrt und erleben vom Wasser aus einen ganz neuen Aspekt von dieser einzigartigen maritimen Landschaft. So können wir viele Arten (Drosselrohrsänger, Eisvogel, Uferschnepfen, Trauer- und Weißbartseeschwalben) vom Schiff aus auf sehr kurzen Distanzen sehen. Immer wieder überfliegen Silberreiher oder Seeadler das Schiff. Unser Ziel ist Nida, ganz im Westen des litauischen Teils der Nehrung. Gleich nach Bezug des Hotels unternehmen wir eine Tour auf die am Ortsrand liegende, 60 Meter hohe und noch vegetationsfreie Sanddüne. Von hier aus lassen sich Ostsee, Düne, die bewaldete Nehrung und das Haff wunderbar überblicken.

5. Tag Haff, Düne und Meer

Die fast einhundert Kilometer lange und an der schmalsten Stelle nur ein paar hundert Meter breite Halbinsel stellt eine der wichtigsten Zugstrecken des nordöstlichen Vogelzuges dar. Besonders Kleinvögel nutzen den schmalen Sandstreifen als Abkürzung. Uns interessieren zu dieser Jahreszeit besonders die Brutvögel der Nehrung. Auf den Sanddünen suchen wir den seltenen Brachpieper. Unsere Tour führt uns weiter entlang der Haff- und der Außenküste, an denen natürliche, küstendynamische Prozesse deutlich sichtbar werden. Dieser fortwährende Prozess aus Abtragung, Transport und Anlandung, läuft vom Menschen weitgehend unabhängig ab. Eine Wanderung führt uns durch dunkle und kühle Dünentäler, in denen wir Zwergschnäpper, Trauerfliegenschäpper und Grünlaubsänger entdecken wollen. An der Außenküste halten sich Sandregenpfeifer, Meeresenten und Seetaucher auf und immer wieder fliegen Brandseeschwalben vorbei. Wir besuchen außerdem die größte Kormorankolonie Litauens.

6. Tag Glasklare Seen und alte Wälder

Auf einer Frühexkursion wollen wir Elche suchen. Später halten wir an der Nordostspitze der Nehrung, die immer gut ist für seltene Arten, wie Baltische Heringsmöwe oder Raubseeschwalbe. Nach Querung der schmalen Verbindung zwischen Haff und Ostsee geht die Fahrt weiter bis an den Plateliai-See, inmitten des Žemaitija-Nationalparks. Hier lassen sich Grauschnäpper,  Nordischer Kleiber und Heidelerchen unmittelbar vor Ort beobachten. Gleichfalls Waldwasserläufer oder Tannenhäher. Am Abend suchen wir in der Umgebung nach Sperlingskauz, Waldschnepfen und Ziegenmelker. Auf dem riesigen See ruhen mitunter Stern- oder Prachttaucher.

7. Tag Spechte, Greife und Storchendörfer

Am frühen Morgen wollen wir Spechte (Grau- Schwarz- und Mittelspecht) und das scheue Haselhuhn in den umliegenden Wäldern suchen. In der morgendlichen Stille sind auch Nordischer Gimpel, Pirol und Rotdrossel zu sehen oder zu hören. Später sind wir wieder in der Offenlandschaft unterwegs um Schreiadler, Wespenbussard, Wiesenweihen und Schwarzstörche zu beobachten. An den Seen brüten Singschwäne, Baumfalken, Fisch- und Seeadler. Angrenzend in den Storchendörfern, den Röhrichten und nassen Wiesen sind  Gelbspötter, Schilfrohrsänger und Blaukehlchen zu Hause.

8. Tag Palanga und Heimreise

Nach einer vormittäglichen Tour im Umfeld unserer Unterkunft fahren wir nach Palanga und treten die Heimreise an.

Preis

2125 € pro Person im Doppelzimmer

2165 € pro Person im Einzelzimmer

Mindestteilnehmerzahl: 8 Personen

Maximalteilnehmerzahl: 14 Personen

Termin:  6.Mai – 13.Mai 2019

Leistungen

  • Flug Berlin – Palanga – Berlin (andere Abflughäfen auf Anfrage, ggf. mitAufpreis)
  • 8 Tage mit 7 Übernachtungen in Doppelzimmern in Mittelklassehotels
  • Halbpension: Frühstück, Abendessen
  • 4 mal Mittagessen/Picknick
  • Alle Transferfahrten vor Ort mit dem Reisebus
  • Schiffstour über das Kurische Haff und ins Memeldelta
  • Stadtführung Klaipeda
  • Deutsche Reiseleitung
  • Litauische Reiseleitung und regionale ornithologische Reiseleitung
  • Gebühren und Eintritte in Parks
  • Aufpreis bei 8 – 11 Teilnehmern: + 100,00 Euro pro Person

Buchung

Andreas Weber andreas@baltikumnaturreisen.de Tel.  03991 666895 Bert Rähni bert@baltikumnaturreisen.de Tel. +3725137141

Hinweis

Es gibt eine angenehme aber etwas zeitintensivere Anreisemöglichkeit mit der Fähre „Kiel – Klaipeda“. Kiel ist mit dem City-Night-Line von Zürich aus erreichbar!