Moore, Taiga und baltische Küsten – Königreich der Artenvielfalt 9 Tage

Die Pflanzen- und Tierwelt Estlands ist in ihrer Vielgestaltigkeit europaweit einzigartig. Riesige Regenmoore, taigaartige Wälder und traditionell extensiv genutzte Offenlandschaften liegen dicht nebeneinander. Stark mäandrierende Flüsse durchziehen das Land. An den unberührten Küsten erstrecken sich orchideenreiche Strandwiesen und Wacholderheiden. Vor der Küste liegt ein Archipel aus hunderten, vielfach unbewohnten Inseln.

Die Reisezeit ist so gewählt, dass wir den Vogelzug (Seetaucher, Meeresenten, Wattvögel, Kleinvögel), der im Baltikum noch im Gange ist, noch miterleben können. Die sonst im Jahresverlauf sehr unscheinbaren Arten (Rauhfußhühner, Spechte und Eulen) stehen ebenso auf dem Programm, wie die Arten mit östlichem Verbreitungsschwerpunkt (Karmingimpel, Sperbergrasmücke, Schreiadler und Zitronenstelze).

Die botanisch Interessierten kommen ebenfalls nicht zu kurz, denn nicht nur Frühblüher wie Kuhschellen, Trollblumen oder Anemonen blühen in verschwenderischer Pracht, sondern auch die ersten Orchideen.

Zitronenstelze, Birkhuhn, Wachtelkönig, Sperlings-, Habichts- und Raufußkauz, Schreiadler, Schlagschwirl, Auerhuhn, Karmingimpel, Drei- und Weissrückenspecht, Ohrentaucher, Eis-, Stern- und Prachttaucher, Eis-, Samt- und Trauerenten sowie Kegel- und Ringelrobben.

 

 

Teilnehmer sagen:

Estlandreise des Natur-und Vogelschutzvereins Winterthur – Seen vom 12. bis 20. Mai 2012 

Leitung: Peter Schadegg (perfekte Vorbereitung), Andreas Weber (beeindruckende, sympathische Gesamtleitung), Bert Rähni (umsichtiger, Estnischer Reisebegleiter): ein Traumteam unterwegs mit einer harmonischen Gruppe des NVVWS

Unsere Reise begann in Tallinn und endete in Riga. Dazwischen lagen Tage mit tollen Beobachtungen in Traumlandschaften wie Mooren, Sümpfen, Kiefern- und Birkenwäldern und schier endlosen Wacholderflächen. Die Bilanz unserer Liste: 170 Vogelarten, immer wieder Elche, Marderhunde, Wildschweinrotten, verschiedene Amphibien und Schlangen, Libellen, Raupen und aufregende Bärenspuren.

Highlights waren Habichtskauz, Ziegenmelker, Schreiadler, Weissrückenspecht, Trauerente, Karmingimpel, aber auch viele andere. Die ganze Zeit begleiteten uns der Gesang der Feldlerche und der Ruf des Kuckucks, oft im Terzett. Lesen Sie weiter: www.naturschutzwinterthurseen.ch

http://youtu.be/deT4uvHY8_Q?list=UU1QcRukYT-Q5CsJf7iymmAA

Reisebericht: Moore, Taiga und baltische Küsten Mai 2012

12.05.2012 Treffpunkt Tegel

Die ersten fünf Teilnehmer der Exkursion waren schnell in Tegel gefunden. Auf dem Flughafen Riga stand schon ein geräumiger Bus bereit und unser estnischer Begleiter Rein. Mit zwei weiteren Teilnehmern ließen wir uns in die Rigaer Altstadt bringen.  Auf einem   ca. zweistündigen Stadtrundgang lernte sich die Gruppe schnell kennen und man sprach sich mit Du an. Alle trugen schon jetzt voller Erwartung ein Fernglas bei sich, dass auch später bei Frühstück und Abendessen stets griffbereit auf dem Tisch lag. Während der Fahrt bis zum Hotel Lepanina bekamen wir den ersten Eindruck von der Schönheit Estland`s und wie weit die Natur jahreszeitlich gesehen im Vergleich zu Deutschland noch zurück ist. Mit der Ausstattung und dem Service des Hotels waren alle zufrieden. Ein Naturerlebnis der besonderen Art waren die Sonnenuntergänge über der Rigaer Bucht. Auf der ersten abendlichen Exkursion sahen wir Braunkehlchen, einen Baumfalken der in 100 Metern auf einer Stromleitung aufblockte und eine Waldschnepfe, die mehrfach über unseren Köpfen strich. Für einige Teilnehmer war es die erste Beobachtung dieser Art. Auf dem Rückweg sang ein Sprosser in 10 Meter Entfernung mit einer Intensität, die auch mich beeindruckte. Der Einstieg der Tour war gelungen.

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1.Tag

Ankunft in Tallinn – Estlands HauptstadtTallinn

Wir fliegen morgens ab Frankfurt nach Tallinn – Estlands Hauptstadt. Noch am Flughafen treffen wir auf unsere estnisch- deutsche Reiseleitung. Anschließend geht es zunächst zu einer Führung durch die Altstadt Tallinns. Sie ist die intakteste mittelalterliche Stadt in Europa. Sie hat immer noch das ursprüngliche Straßensystem aus dem 13. Jahrhundert. Viele Häuser aus dem 15. Jahrhundert stehen in ihrer ursprünglichen Größe und Form da. Gleichfalls sind alle wichtigen und repräsentativen Regierungsgebäude sowie Kirchen unversehrt. Später fahren wir zur ersten Unterkunft in den Nordwesten Estlands, nur unweit von der Ostsee entfernt.  Ganz nah sind Dünenkiefernwälder und traumhafte Kulturlandschaften. Gartenrotschwanz und Grauschnäpper fliegen umher, auch Erlenzeisige und Kernbeißer zeigen sich. Am Abend unternehmen wir eine Wanderung durch die Dünen und am Strand entlang. Hier bekommen wir einen ersten Eindruck vom beeindruckenden Zuggeschehen an der Ostsee. Erfreuen können wir uns außerdem an Kuhschellen, Leberblümchen und Schlüsselblumen, die jetzt in prachtvoller Blüte stehen.

2.Tag

Birkhahnbalz und Brachpieper Tedrekukk lehvikuga 2

Sehr früh aufstehen heißt es an diesem Tag. Dafür erwartet uns mit der Birkhahnbalz ein Naturschauspiel, das es so in Mitteleuropa nicht mehr gibt. Beeindruckend ist nicht nur das Spiel und die Anzahl der anwesenden Hähne, sondern vor allem die einmalige Artenkombination aus Goldregenpfeifer, Wiesenweihe, Uferschnepfe und Wachtelkönig. Fast jedes Jahr gelang uns in diesem fast menschenleeren Gebiet die Beobachtung von Auerwild. Nach einer Regeneration am späten Vormittag im Hotel, fahren wir ins Naturschutzgebiet Növa, wo uns die Beobachtung von Dreizehenspecht, Steinadler und Raubwürger gelingen sollte. Auf dem Tanajärv brüten Singschwäne. Längere Zeit wollen wir uns auf den riesigen Waldbrandflächen und offenen Dünen aufhalten, um Brachpieper und Flussregenpfeifer zu suchen. Auf dem nährstoffarmen Regenmoor finden wir viele Vertreter der Heidekrautgewächse, wie Sumpfporst und Rosmarinheide oder Krähen, Molte- und Moosbeere. Auch der Gagelstrauch und verschiedene Sonnentauarten wachsen hier.

3.Tag

Seetaucher am Kap und Ohrentaucher in der LaguneSlavonian Grebe

Das Kap Pöösaspea  ist nicht nur ein idealer Ort  für die  Beobachtung von Seetauchern (Eis-, Stern- und Prachttaucher) und  Meeresenten (Eis-, Samt- und Trauerenten), sondern auch für ziehende Greifvögel (Wespenbussard) und Kleinvögel (Thunberg-Schafstelzen, Rotkehlpieper).

Später sind wir auf der Halbinsel Noarotsi im Naturschutzgebiet Silma unterwegs, wo wir uns an flachen Seen und ehemaligen Meeresbuchten aufhalten. Hier kommen Rothalstaucher, Raubseeschwalbe und Zwergmöwe vor. In den riesigen Schilfwäldern sind Rohrdommel, Beutelmeise und verschiedene Rohrsängerarten zu hören und zu sehen. Baumfalken jagen nach Libellen. Ein Besuch auf Gut Lykholm zeigt uns die untergegangene Welt der Deutschbalten.

Am Nachmittag  fahren wir nach Haapsalu, einem ehemaligen Kurort russischer Zaren und des Komponisten Peter Tschaikowski. Die Stadt ist von lagunenartigen Meeresbuchten umgeben. Auf den vielen Inseln brüten Küstenseeschwalben, vergesellschaftet mit Haubentauchern und verschiedenen Möwenarten. Besonders für Fotografen ergeben sich phantastische Motive, da die Ohrentaucher auf einem kleinen Stadtsee nur wenig Scheu zeigen und sich auf wenige Meter präsentieren.

 

4.Tag

Maritimer Tag auf Hiiumaa

Eine Schiffstour zur zweitgrößten Ostseeinsel Estlands ist ein besonderes maritimes Erlebnis. Auf der 90-minütigen Überfahrt beobachten wir Schmarotzerraubmöwen,Naaskelnokk die rasant neben dem Schiff jagen oder Entenarten wie Eis-, Trauer-, Samt- und besonders viele Bergenten, die das ruhige Wasser zwischen den Inseln gern zur Zugzeit aufsuchen. Hiiumaa (schwedisch Dagö -Taginsel), ist nur an den Küsten spärlich besiedelt. Im Inselinneren finden sich ausgedehnte Wälder und offene Moore. Unser Ziel sind die Kemubucht, wo in den Nasswiesen Kampfläufer balzen und die Flachseen von Singschwänen und vielen nordischen Gänsen aufgesucht werden! Eine kleine Kolonie von Säbelschnäblern ist hier in den letzten Jahren entstanden. Auf einer Insel hat sich eine riesige Kormorankolonie gebildet. Sehr sicher ist auch die Beobachtung von Seeadlern, die hier immer Nahrung finden.  Auf der Rückfahrt sehen wir auch Kegel- oder die seltenen Ringelrobben.

5.Tag

Matsalu Nationalpark und Elche White-backed Woodpecker

Das riesige Delta des eher kleinen Flusses Kasari wurde schon im Jahr 1957 als Nationalpark ausgewiesen und umfasst heute ein 500 qkm großes Gebiet. Auf der Nordseite des Deltas wollen wir verschiedene Naturräume aufsuchen. So Haeska, wo der Kasari im Meer mündet. In der phantastischen Kulturlandschaft halten sich viele Limikolen auf.  Hier ist selbst noch mit arktischen Arten, wie Zwergschwan und Zwergsäger rechnen. Bei Pögari liegt einer der bedeutendsten Rastplätze für Weißwangengänse im Baltikum. Hier befindet sich außerdem einer der wenigen Brutplätze der mitteleuropäischen Form des Alpenstrandläufers. Später suchen wir das verfallene schwedische Herrenhaus “Vaike-Roude” und seinen herrlich verwilderter Park auf. Die uralten Bäume sind ideal für die Beobachtung von Weissrückenspecht, Zwerg- und Grauschnäpper, Pirol und Rotdrossel. Auf den steinigen Feldern von Soo-Otsa, die wir am Nachmittag besuchen, kommen der Ortolan und weitere Vögel (Turteltaube) der Offenlandschaft vor. Den späten Abend widmen wir den Eulen. So wollen wir Sperlingskauz und Habichtskauz, aber auch den Ziegenmelker sehen und hören.

 

6.Tag

Schreiadler und Wiesenweihe am Kasari Elk

Heute wechseln wir abermals unseren Standort. Es geht in den Südwesten Estlands an die Rigaer Bucht. Zuvor suchen wir am Kasari nach Schreiadlern, Rebhühnern und Wiesenweihen. Der frei mäandrierende Fluss ist eingebettet in eine traumhafte Kulturlandschaft, mit einer artenreichen Fauna und Flora. Überall zeigen sich Braunkehlchen und Wiesenpieper. Der Beobachtungsturm bei Kloostri  gewährt einen tollen Blick in das unzugängliche Gebiet des Deltas. Hier zeigen sich Elche auch am Tage, da sie nicht bejagt werden. Später beobachten wir am Audru-Polder, schon ganz in der Nähe der Sommerhauptstadt Pärnu. Seit Jahren konnten wir hier immer wieder die seltene Zitronenstelze auf kurzer Distanz sehen. Bei entsprechenden Wasserständen ist das Gebiet artenreich an Wasservögel und Limikolen. Am Nachmittag erreichen wir unser Quartier an der Rigaer Bucht.

 

7.Tag

Goldregenpfeifer und Merlin im Regenmoor

Das Nigula-Schutzgebiet besteht im Wesentlichen aus einem riesigen Regenmoor. Hier haben Bruchwasserläufer, Goldregenpfeifer und Raubwürger ihre natürlichen RabaBrutgebiete. Beeindruckende Urwälder mit gigantischen Baumriesen, viel Totholz und üppige Bodenvegetation, finden sich im Zentrum des Regenmoores. Hier sind Zwergschnäpper, Grau- und Weissrückenspecht zu Hause. Der Merlin jagt oft über das spärliche bewaldete Moor, manchmal von Sturmmöwen attackiert. Eingerahmt wird das Moor durch eine artenvielfältige Kulturlandschaft, in der die Dächer der einsamen Höfe noch Storchennester tragen und Wendehals, Grauschnäpper und Schreiadler nicht selten sind. Die Nachtexkursion führt uns in die „Western Taiga“. Hier gilt unser Interesse wieder den Eulen (Sperlings,- und Habichtskauz), die wir in der „baltischen Stille“ ebenso hören wollen, wie den Ziegenmelker und die Waldschnepfe.

8.Tag

Fischteiche und StrandwiesenOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sehr spannend sind die Pikla-Fischteiche an der Rigaer Bucht. Zu den hier brütenden Rotschenkeln, Sandregenpfeifern und Uferschnepfen kommen weitere durchziehende Arten hinzu. Darunter regelmäßig der Teichwasserläufer. Sehr nah sind Rotsterniges Blaukehlchen und Thunberg-Schafstelzen zusehen. In den Röhrichten sind Bartmeise, Rohrdommel und verschiedene Rohrsängerarten zu hören oder zu sehen. Natürlich wollen wir uns auch am Karmingimpel erfreuen, der Mitte Mai in Estland eintrifft. An der Außenküste sind die Wattflächen immer gut für Sumpfläufer und Odinshühnchen, ganz sicher aber für Dunkle Wasserläufer und Zwergstrandläufer.

 

9.Tag

Frühexkursion und Heimreise

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Nach einer Frühexkursion im Umfeld des Übernachtungsortes fahren wir am Vormittag nach Tallinn zurück. Je nach zur Verfügung stehender Zeit und in Abhängigkeit von den Flugzeiten, suchen wir nochmals die Altstadt von Tallinn auf. Später kehren wir nach Deutschland zurück.

Preis

1990,- Euro/Person im Doppelzimmer 2130,- Euro/Person im Einzelzimmer Termin: 8-16.Mai 2016

Leistungen

  •  9 Tage mit 8 Übernachtungen in Doppelzimmern in Mittelklassehotels und hochwertigen Ferienhäusern
  • Flug Deutschland – Tallinn
  • Flug Riga – Deutschland
  • Halbpension: Frühstück, Abendessen
  • Estnische Reiseleitung und Spezialisten
  • Begleitung durch einen Mitarbeiter von NationalparkTours mit ornithologischen und botanischen Kenntnissen.
  • Alle Transferfahrten vor Ort
  • Fährtickets zur Insel Hiiumaa
  • Verleih hochwertiger Optik auf Nachfrage
  • Reiseversicherung

Buchung

Andreas Weber andreas@baltikumnaturreisen.de Tel +491705835418 Bert Rähni bert@baltikumnaturreisen.de Tel +3725137141